Moderne Ernährungsmärchen: Zucker allein löst Karies aus
 
Es ist ein Irrtum zu glauben, allein Zucker sei verantwortlich für die Entstehung von Karies, so die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Aachen.
Es ist ein Irrtum zu glauben, allein Zucker sei verantwortlich für die Entstehung von Karies, so die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Aachen. Kohlenhydrate in Form von Zucker begünstigen nur indirekt die Kariesentstehung. Mikroorganismen auf der Zahnoberfläche, die so genannte Plaque, gewinnen aus Kohlenhydraten Energie. Dabei entstehen jedoch organische Säuren, die den Zahnschmelz angreifen und zu Karies führen.

Es besteht jedoch kein direkter Zusammenhang zwischen der Kariesentstehung und der Gesamtmenge des verzehrten Zuckers. Entscheidend ist die Kontaktzeit des Lebensmittels mit der Zahnoberfläche; also wie viel Zeit die Mikroorganismen haben, um organische Säuren zu produzieren. Das heißt, die Konsistenz, zum Beispiel die Klebrigkeit eines Lebensmittels, ist in hohem Maße mitverantwortlich für die Kariesentstehung.

Ein weiterer Faktor ist der Speichelfluss. Speichel hat eine neutralisierende Wirkung und erst, wenn diese nicht ausreichend ist, entsteht ein Milieu, das die Kariesbildung begünstigt.

Das Spurenelement Fluorid hat karieshemmende Eigenschaften und ist wichtig für die Zahngesundheit. Nach dem Zahndurchbruch kann der Schmelz allerdings nur über die Oberfläche Fluorid aufnehmen. Daher ist der Einsatz fluoridhaltiger Zahnpasta ratsam. Auch schwarzer Tee liefert dem Körper nennenswerte Mengen an Fluorid.

In den westlichen Industrieländern lässt sich seit circa 1970 ein deutlicher Rückgang der Karieshäufigkeit beobachten. Und das, obwohl der Zuckerverzehr konstant beziehungsweise steigend ist. Zu verdanken ist diese positive Entwicklung wahrscheinlich der besseren Mundhygiene und Fluoridversorgung.